Editorial
WTT heisst auch: Wissen tatkräftig teilen
Der Wissens- und Technologietransfer (WTT) zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft ist für unsere Volkswirtschaft von hoher mittel- und langfristiger Bedeutung. Für die rohstoffarme und exportorientierte Schweiz ist es besonders wichtig, dass forschungsbasiertes Wissenspotenzial bereitgestellt und nutzbar gemacht wird. Nur technisch hochwertige, umweltgerechte Produkte, Verfahren und Dienstleistungen garantieren im internationalen Markt die notwendige Wettbewerbsfähigkeit. WTT kann den Unternehmen helfen, den ständigen Veränderungen und den daraus resultierenden Anpassungen effizienter zu begegnen. Er kann damit namentlich die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stärken, die bekanntlich über 99% aller Unternehmen in der Schweiz ausmachen. Es gibt viele gute Gründe, welche die Unternehmen dazu veranlassen, den Kontakt zu den Hochschulen zu suchen. Der wichtigste Grund ist wohl, dass es ihnen am nötigen Know-how, an den Werkzeugen oder an den Einrichtungen zur Umsetzung der durchaus vorhandenen guten Ideen mangelt. Aber auch die Hochschulen haben ein Interesse am Austausch. Schliesslich ist WTT keine Einbahnstrasse, sondern partnerschaftliche Zusammenarbeit. Er stellt den Praxisbezug der Hochschulen sicher, bereichert die Erkenntnisse für Lehre, Forschung und Entwicklung und ermöglicht die praktische Umsetzung und Anwendung von theoretischem Wissen oder von Laborversuchen. Die Interessen von Unternehmen und Hochschulen sind also durchaus miteinander vereinbar und können zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zum Vorteil beider - und letztlich der gesamten Volkswirtschaft - führen. WTT ist primär eine Chance. Er kann aber auch eine Gefahr bergen: Es darf nicht geschehen, dass die Hochschulen Leistungen erbringen, welche die Wirtschaft selber übernehmen kann. Vermieden werden müssen Wettbewerbssituationen zwischen Hochschulen und Wirtschaft. WTT sollte sich deshalb weit gehend auf neuartige Problemstellungen konzentrieren, welche die Wirtschaft alleine nicht lösen kann, und dann enden, wenn das Unternehmen in der Lage ist, die Entwicklung eines Projekts aus eigener Kraft fortzuführen. Genau so versteht auch der Bund WTT: Er gibt mit seiner Förderung Impulse, die letztlich zur Stärkung des Werkplatzes Schweiz beitragen. Es geht ihm dabei nicht um Beiträge an die Hochschulfinanzierung, staatliche Forschungsförderung oder Subventionen für Unternehmen, sondern darum, was WTT auch bedeuten kann: Wissen tatkräftig teilen.

